Sonntag, 15. Juli 2018

Der Vulkan Irazú

Nach den wundervollen Tagen in Drake Bay war ich fast etwas traurig, dass ich diesen idyllischen Ort bereits wieder verlassen musste. Aber man soll ja gehen, wenn es am schönsten ist.

Um 7:15 fuhr das Taxiboot in Richtung Sierpe, wo ein Taxifahrer bereits mit dem Busticket auf mich wartete. Er fuhr mich (und drei weitere Touristen) nach Palmar Norte, wo ich in den Tracopa Bus in Richtung San José stieg. Von Palmar Norte gibt es zwei Routen nach San José: diejenige über die Pazifikküste, und diejenige, die durch die Berge führt. Ich entschied mich für die zweite Route. Diese dauert zwar etwas länger, aber dafür konnte ich noch ein bisschen neues Gebiet entdecken. Die Pazifikküste kannte ich schliesslich schon.

Die Fahrt gestaltete sich etwas mühsam, da der Bus unterwegs immer wieder neue Passanten aufgabelte. Die Landschaft erinnerte mich jedoch an jene in Südamerika, also schwelgte ich eine Zeit lang in Erinnerungen. Wirklich eindrücklich wurde es jedoch erst nach der Hälfte der Strecke. Nachdem wir in San Isidro (Ausgangspunkt zum Cerro Chirípo - dem höchsten Bergen Costa Ricas) viele Touristen ausgeladen hatten, ging es hoch in die Berge. Der Bus schlängelte sich durch enge Passagen und steile Strecken, begleitet vom Nebel, welcher dem Ganzen etwas mystisches verlieh.





Die anfängliche Begeisterung wich jedoch bald grosser Müdigkeit und die Fahrt war anstrengend. Aufgrund des Feierabendverkehrs in San José erreichte ich das Hostel um 19 Uhr mit zwei Stunden Verspätung. Ich war seit fünf Uhr auf den Beinen, also huschte ich rasch ins Bett, um für den Ausflug am folgenden Tag fit zu sein. Das Hostel stellte sich diesmal als absoluter Glückstreffer heraus!

Der versteckte Vulkan Irazú

Nach einer gefühlt kurzen Nacht begann mein Samstag bereits wieder um fünf Uhr morgens. Um sechs Uhr wurde ich vom Tourbus abgeholt. Leider ging es zwei Stunden, bis wie alle Passagiere eingesammelt hatten und unsere Reise losging. Es regnete in Strömen und ich ging nicht davon aus, dass ich den Vulkan zu Gesicht bekommen würde. Zu Recht: auf 3500 Metern hätten wir in den Vulkan hinein schauen können. Seht euch an, was wir sehen konnten:


Ja, man sah nichts, es war zudem schweinekalt und windig. Wir wärmten uns im Tourismuszentrum einige hundert Meter tiefer auf und machten dann einen Versuch, den Rundgang durch die Krater zu wagen. Der Wind blies uns fast von den Füssen, schlussendlich hatten wir jedoch doch noch Glück.






Total verfroren machten wir uns auf den Weg zurück ins Tal. In Cartago, die ehemalige Hauptstadt Costa Ricas etwas südlich von San José und die erste von den Spaniern in Costa Rica besetzte Stadt, machten wir halt, um eine Kathedrale zu bestaunen. Diese wurde im 19. und 20. Jahrhundert gleich dreimal von einem Erdbeben komplett zerstört und musste von Grund auf neu aufgebaut werden. Die Orgel der Kathedrale ist zudem eine von drei Orgeln in Mittelamerika, welche von einer Spezialistenfirma aus Deutschland angefertigt wurde.



Der Botanische Garten

Nach Cartago ging unser Tripp weiter ins Valle Orosí, wo unser Mittagessen stattfinden sollte. Auf dem Weg dahin machten wir zuerst Halt im Botanischen Garten. Pflanzen interessieren mich nicht wahnsinnig, doch wir hatten einen sehr guten Guide und er erzählte auch spannende
 Sachen aus ganz Lateinamerika. Der Botanische Garten gehört der Universität von San José. Viele einheimische Studenten aber auch solche von ausländischen Universitäten kommen hierhin, um die Pflanzen zu erforschen.








Nach dem Botanischen Garten war der nächste Stopp das Mittagessen. Dieses war in einem Restaurant im Valle Orosí. Das Tal hat seinen Namen davon, dass die Spanier zu Beginn dachten, dass in Costa Rica, respektive in diesem Tal Gold zu finden sei. Deswegen „Oro, sí“, also „Gold, ja“. Heute findet man in diesem Tal viele Kaffeefarmen und man sagt, dass der beste Kaffee Costa Ricas vom Valle Orosí kommt.



Das Mittagessen, logischerweise typisch costa-ricanisch, war köstlich  und wärmte mich auf.



Das Land der Ticos: Nicht mein Favorit

Der Ausflug zum Vulkan und dem Valle Orosí hat mich nicht aus den Socken gehauen. Aber die gute Truppe (alle spanisch Sprechend) und der Guide machten den Ausflug dennoch zu einem lohnenswerten Tag. Nach zwei sehr anstrengenden Tagen bin ich jedoch froh, noch einen freien Tag zum Ausruhen zu haben, bevor es am Montag zurück in die Schweiz geht. Nach einem holprigen Start konnte mich das Land dann doch noch begeistern. Wiederkommen, werde ich so schnell jedoch nicht. Mal schauen, wohin die nächste Reise führt. Hasta luego! Oder, wie man in Costa Rica sagen würde: Pura Vida!


Kommentare:

  1. Was mir gefällt ist, dass das ÖV-System in CR offensichtlich tipp topp funktioniert. Busse, Schiffe und Taxis sind jeweils zur vereinbarten Zeit dort, wo sie sein sollten. Dass sie dann halt etwas länger unterwegs sind als vorgesehen, ist wohl unter südamerikanischem Flair abzubuchen ;-)

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    1. Naja ganz so pünktlich sind sie auch nicht immer. Es kam durchaus auch vor, dass ich 45 Minuten auf den Bus gewartet habe. ;-) Zudem stimmen sich die Busse und Boote (bspw. für Anschlussverbindung) nicht ab.

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