Sonntag, 15. Juli 2018

Drake Bay - ein Märchen für Tierliebhaber

Wow! Das ist mein Fazit von den 3 Tagen auf der Halbinsel Osa, genauer gesagt in Bahía Drake. Es war die eigentlich letzte Etappe meiner Reise und zugleich auch die schönste.

Doch nun in chronologischer Reihenfolge: Von Uvita nahm ich den Bus in Richtung Süden bis Palmar Norte. Von dort fährt zwar ein Bus, um jedoch den Anschluss nicht zu verpassen entschied ich mich dazu, mit zwei Deutschen aus Hamburg das Taxi zu teilen. Welch ein Glück denn nebst dem Erreichen des Bootes, waren die Ladies und ich während unseres Aufenthaltes zusammen unterwegs. Von Palmar Norte also mit dem Taxi nach Sierpe und von dort mit dem Boot durch den Kanal und dann aufs offene Meer hinaus. Rund eine Stunde dauerte die Fahrt und der ungewohnte Wellengang machte meinem Magen schon etwas zu schaffen. Jedoch gelangte ich ohne Zwischenfall nach Bahía Drake. 

Das winzige Dörfchen (exakt heisst es „Agujita de Drake“) auf der Halbinsel Osa hat man schnell erkundet. Vom Landeplatz aus (einen Bootssteg gab es nicht) sind es drei Minuten zu Fuss zum Hostel „Martina‘s Place“, welches von einer aus Lübeck (bei Hamburg) nach Costa Rica ausgewanderter Deutschen geführt wird. Das Hostel war wirklich sehr schön. Ultra sauber und mit Liebe gestaltet. In den Zimmern gab es farbige Bettdecken und -tücher, im Bad einen Teppich, an den Wänden hingen farbige Bilder und das viele Holz verlieh dem Hostel einen Charme. Vom Hostel ging es 20 Meter weiter, dann um die Kurve und schon war man im sogenannten „Zentrum“ von Drake. Drei Restaurants, zwei Supermärkte, ein Raum der als Kirche diente und fertig. In drei Minuten war man wieder am Strand.




Nach einem weltklasse Mittagessen (ich gönnte mir ein typisches Casado in einem Familienbetrieb - also eigentlich „Mamas Küche“), verbrachten wir den Nachmittag aufgrund Regen im Hostel.



Der Nationalpark Corcovado

Am ersten Tag ging es bereits um 6 Uhr los. Mit dem Boot ging es in einer Stunde nach Sirena, ein Stück weiter westlich auf der Halbinsel. Ein Highlight meinerseits: auf dem Weg dahin wurden wir ein kurzes Stück von Delfinen begleitet. Im Park angekommen schlugen sich Saskia, Martha (die beiden Deutschen) und ich zusammen mit dem Guide und anderen Touristen durch den Jungle des Nationalparks Corcovado. Wirkliche Pfade gab es nicht und man musste seine Arme regelmässig einsetzen, um keine Blätter ins Gesicht zu kriegen. In zwei Stunden stiessen wir auf drei verschiedene Affenarten, eine Echse, Aras, einen speziellen Vogel, ein waschbärartiges Tier und ein Tapir. Tapire gehören zu der Familie der Ratten (sind aber erheblich grösser) und gehören zu dem ältesten Tieren der Welt. Tatsächlich sah das Tapir für mich aus wie ein bereits ausgestorbenes Tier.









Zum Mittag erreichten wir eine Rangerstation mitten im Nirgendwo des Jungles, wo wir das in der Tour inbegriffene Essen bekamen (sehr lecker übrigens). Danach ging es in strömendem Regen und dementsprechend matschigem Untergrund weiter. Mit der vierten Affenart hatten wir es geschafft, in einem Tag alle vier in Costa Rica lebenden Affenarten zu sichten. Des Weiteren stiessen wir auf eine Horde Wildschweine, mehrere Spinnen („wuäh“) und eine Boa.

Schwimmen mit Fischen

Am zweiten Tag konnte ich quasi ausschlafen, denn ich musste erst um 7:15 bereit sein. Wieder mit dem Boot, fuhren wir diesmal etwas mehr in Richtung Nordwesten zur Insel Caño. Auch diesmal trafen wir auf dem Hinweg auf Delfine, jedoch war es diesmal weitaus aufregender. Es waren etwa doppelt so viele Delfine wie am Tag zuvor, die Tiere schwammen in Gruppen und kamen ganz nah an unser Boot. Wirklich graziöse Tiere.




Bei der Insel angekommen ging es los. Flossen, Schnorchel, Tauchbrille und Schwimmweste montiert und ab ins Wasser. Wir tauchten (resp. schnorchelten) an drei verschiedenen Orten und sahen jede Menge Fische von unterschiedlicher Grösse und Farbe. Sehr eindrücklich. Es gab sogar einen Fisch, der aussah wie eine Papaya mit Augen. Oder ein ganz kleiner blauer mit leuchtend gelben Punkten. Und einige Fische, die ich aus dem Zeichentrickfilm „Findet Nemo“ kannte. Das absolut genialste war allerdings eine Schildkröte. Das Panzertier mit einer Länge von etwa einem Meter schwamm seelenruhig unter unseren paddelnden Flossen umher. Einmal runtergetaucht konnte ich sogar knapp zwei Meter neben der Schildkröte schwimmen. Dann, als wollte sie uns eine Show bieten, stieg die Schildkröte nach oben an die Wasseroberfläche und schnappte nach Luft. Der Hammer! Leider habe ich keine Bilder für euch, da mein Handy die Unterwassertour wohl nicht funktionierend überstanden hätte. Nur zu gern hätte ich diese Momente festgehalten - das Bild der Schildkröte werde ich zum Glück so schnell nicht vergessen.



Auf dem Rückweg vom Schnorcheln gab es am Strand „San Josecito“ (kleines San José) ein Picknick und aufgrund der Palmen und des weissen Strandes auch ein bisschen Karibikfeeling. Wir hatten wirklich Glück mit dem Wetter, sodass wir auch den ganzen Nachmittag von Regen verschont blieben. So spazierten Marta, Saskia und ich zurück in Drake noch ein bisschen am Strand entlang, lasen an einem gemütlichen Plätzchen unsere Bücher und Zeitschriften und genossen danach bei einem gemeinsamen Abendessen unsere letzten Stunden auf Bahía Drake (und auch in gemeinsamer Gesellschaft).






Eine Reise wert

Der Ausflug auf die Halbinsel Osa war für mich definitiv der schönste Teil meiner Reise. Auch wenn erheblich teuer, so lohnt es sich definitiv, in dieses abgelegene Örtchen (übrigens ohne Bank oder Geldautomat - also genügend Cash mitnehmen oder alles mit Karte bezahlen) zu reisen. Das Boot von Sierpe nach Drake kostet rund 15 Dollar (8000 Colones). Die Tour in den Nationalpark rund 95 Dollar und die Schnorkeltour 65 Dollar. Und dann hat man noch nirgends geschlafen und noch nichts gegessen. Es gibt noch einige weitere Touren zu machen also könnte man auch noch länger bleiben. Für mich waren die Touren sehr teuer, jedoch habe ich sie genossen, weswegen ich nichts bereue. Bahía Drake war die letzte Etappe meiner Reise, bevor ich nach San José zurückkehren würde. Und gleichzeitig auch die erste, von der ich mich nicht verabschieden wollte.

1 Kommentar:

  1. Schwimmen mit Schildkröte - eine bleibende Erinnerung Vor vielen Jahren durfte ich dies auch einmal erleben - im Nordosten Australiens :-)

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