Freitag, 26. Februar 2016

Der Alchimist - El Alquimista

Zum Buch „Der Alchimist“ vom brasilianischen Autor Paul Coelho habe ich eine spezielle Bindung. Es ist nämlich das erste Buch, welches ich in Spanisch gelesen habe. Da ich jedoch auch im Besitz der deutschen Fassung war, konnte ich nach jedem gelesenen Kapitel, auf die deutsche Version zurückgreifen. Ansonsten wäre es wohl schwierig geworden, euch hier eine genauere Inhaltsangabe zu machen.
Der Alchimist, ein Buch über die Träume und Reisen eines jungen Schafhirten.



Der Autor

Das Leben des am 24. August 1947 in Rio de Janeiro geborenen Paul Coelhos kann in verschiedene, sehr spektakuläre Abschnitte geteilt werden. Sehr religiös aufgewachsen, rebellierte er in seiner Jugend gegen alles, was seine Eltern für richtig hielten. Zwei Jahre reiste er als Hippie durch Südamerika, Europa und Asien und arbeitete anschliessend als Theater- & Drehbuchautor. Einige Jahre waren zudem stark vom Drogenkonsum geprägt, weswegen ihn seine Eltern (unter anderem) gesamthaft drei Mal in die Psychiatrie dirigierten. Ihrer Meinung nach war er „geistesgestört“.
Der Alchimist ist Coelhos zweites und erfolgreichstes Buch. Harzte es zu Beginn mit den Verkaufszahlen, war die Zweitauflage so erfolgreich,  dass es sogar ins Guinness Buch der Rekorde eingetragen wurde. Die Landschaften, die Coelho in seinen Büchern beschreibt, hat er selber erlebt. Bei „Der Alchimist“ kommt die Tatsache hinzu, dass der Autor mit dem Buch seine jahrelangen Studien der Alchemie verarbeitet.
Paul Coelho lebt heute mit seiner mittlerweile 4. Frau in Genf.



Die Suche nach einem Schatz

Im Buch „Der Alchimist“ dreht sich die Geschichte um einen jungen Andalusier (Andalusien ist eine Provinz in Spanien) namens Santiago, der stets davon träumte, die Welt zu sehen. Um seinen Traum zu verwirklichen wurde er, trotz der nicht allzu grossen Freude seines Vaters, Schafhirte. Denn so hat er die Möglichkeit in ganz Spanien umherzuziehen, verschiedene Menschen und Orte kennenzulernen und ist zudem vollkommen glücklich, stets die Schafe als treue Begleiter zu haben.
Nachdem er zum zweiten Mal einen Traum hatte, in dem ihm ein kleiner Junge einen Schatz bei den Pyramiden in Ägypten zeigt, begibt er sich zu einer Traumdeuterin, die ihn davon überzeugt, die Meeresenge zwischen Spanien und Afrika zu überqueren und sich auf die Suche nach dem Schatz zu machen. Während seiner Reise durchsteht Santiago verschiedene Gefahren, trifft auf die Liebe seines Lebens und ist kurz davor, seinen Traum für sie aufzugeben. Auf das Drängen eines Alchimisten hin, geht er jedoch den Weg seines Lebens weiter und erreicht schlussendlich die Pyramiden. Anstatt auf einen Schatz, trifft er dort auf zwei Gauner, die ihn wegen seines Traumes belächeln. Der eine der beiden erzählt ihm, dass er selber Mal von einem Schatz geträumt habe, der in Andalusien bei einer Kirche – wo die Hirten ihre Schafe hüten und ein Feigenbaum in der Sakristei wächst – vergraben sei. Aber nur aufgrund eines Traumes sei er nicht so blöd, dafür die Wüste zu durchqueren. Santiago aber kennt diese vom Gauner beschriebene Kirche und begibt sich zurück nach Spanien. Dort findet er seinen ersehnten Schatz und kann endlich zu seiner Liebe des Lebens zurückkehren, um sie zu heiraten.   

Von Philosophie und Lebensweisheit – mein Fazit

Das Buch des Alchimisten hat mir im Grossen und Ganzen gut gefallen. Es ist einfach geschrieben und die Beschreibungen sind präzise aber nicht zu detailgetreu. Mir erscheint jedoch der Spannungsbogen etwas falsch aufgebaut. Zu Beginn sehr packend, verliert das Buch immer mehr an Pepp, bevor sich die Spannung gegen das Ende wieder aufbaut. Auch das andauernde Hinweisen darauf, dass man sich ständig auf die Zeichen der Erde achten soll, war mir irgendwann etwas lästig. Das Ende des Buches war mir schlussendlich etwas zu philosophisch. Dabei muss ich wohl erwähnen, dass ich mit Philosophie allgemein nicht wahnsinnig viel anfangen kann. Somit wird es mir wohl schnell ZU philosophisch.
Nichts desto trotz gefällt mir der Sinn des Buches. Es weist uns darauf hin, dass wir nie mit der Erfüllung unseres persönlichen Lebensplanes aufhören sollen. Im Buch stehen die wichtigen Zutaten der Alchemie stellvertretend für Träume (Blei) und Wirklichkeit (Gold). Das Geheimnis der Alchemie – das Verwandeln von Blei in Gold – will also aussagen, dass man seine Träume in Wirklichkeit umsetzen soll. Und genau deswegen empfehle ich euch, es zu lesen. Ich finde es gut, wenn man sich einmal überlegt, was man denn für Träume hat. Wieso und darüber, wie man sie denn verwirklichen kann. Auch wenn gewisse Träume für immer Träume bleiben, danach streben kann man immer!

Kommentare:

  1. Habe ich auch mal gelesen, doch ich hätte dies nicht mehr gewusst, wenn du nicht so eine gute Beschreibung verfasst hättest!!

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